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BAU- und ERFAHRUNGSBERICHT: SJM 500 mit Antrieb

BAU- und ERFAHRUNGSBERICHT: SJM 500 mit Antrieb

Beitrag #1 von niggo » 15.02.2008 18:59:31

1. Die Vorgeschichte:

Auf den SJM 500 war ich durch Zufall im Internet gestoßen. Seine außergewöhnliche Form stach mir sofort ins Auge. Vor allem das futuristische Design mit kantiger Haube und extravagantem Chassis hatte es mir angetan. Das war Emotion pur. Die Materialzusammenstellung aus Karbon und Alu - ohne jegliches Plastik - sprach ohnehin für sich.

Nach kurzer Recherche, in denen ich mich über mögliche Komponenten und die aktuellen Preisangebote im I-Net informiert hattee, war für mich klar: So ein Teil will ich haben. Zum Glück hatte ich mir ein paar Tage für meine Kaufentscheidung Zeit gelassen, sodass ich kurzfristig noch in den Genuss der jüngsten Preissenkung bei "RC-Toy" (auf jetzt 229,- EUR) kam. Da gab es dann kein Halten mehr und zwei Tage nach der Bestellung war das Heli-Set inkl. Antrieb sowie einer zweiten separaten Bestellung mit RC-Komponenten und einigen Ersatzteilen schon bei mir angeliefert worden. Transportschäden: keine - alles in Ordnung.


Zur Erläuterung: Ich schreibe diesen Thread zunächst als Blogg sukzessive während der Bauphase. Ausdrücklich möchte ich darauf hinweisen, dass es bei den von mir gemachten Aussagen grundsätzlich lediglich um meine persönliche Meinung und meine persönlichen Erfahrungen mit den jeweiligen von mir erstandenen Produkten handelt. Eine Verallgemeinerung von bzw. Rückschlüsse auf Qualität und/oder Ausstattung von Herstellungsserien werden von mir weder getroffen noch sind solche beabsichtigt.



Fortsetzung folgt.
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Beitrag #2 von marcuseis » 15.02.2008 19:21:06

und nu, wo ist der Baubericht
:?
Gruss Marcus
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Beitrag #3 von niggo » 15.02.2008 19:31:48

2. In-the-Box:

Das Set, das ich bei "RC-Toy" bestellt hatte, kam in folgender Zusammensetzung:

- vormontiertes Karbon-Chassis inkl. Landegestell
- Karbon-Heckrohr mit installiertem Servoträger sowie Heckabstützung und Finne aus Karbon
- vormontiertes Alu-Heckrotorgehäuse
- vormontierte Haupt- und Heckrotorköpfe aus Alu
- GFK-Hauptrotor- und Karbon-Heckrotorblätter
- hochglanzlackierte GFK-Haube
- Motor und Ritzel
- 60 A ESC mit Programmier-Anleitung
- Getriebe
- diverse Montageteile und Montageanleitung (CD), 2. Heckservohalter, Heckriemen
- Blatthalter, Schraubensicherungsmittel, Imbusschlüssel, Klettbänder und Klettpads


Erfahrene Hubibauer stellt solch ein Set i. d. R. vor keine größeren Probleme und auch Modellbau-Neulinge sollten relativ leicht damit zurechtkommen, da es ja eh´ schon zu rund 90 % vormontiert geliefert wird und der Rest relativ leicht durchschaubar ist. Mit üblichem Hubi-Handwerkszeug (wie verschiedene Sorten an Schraubendrehern, Gelenkzange, Pitchlehre und Schieblehre) und Klebstoffen (wie z. B. "Loctite 243" und Lagerkleber von "Conrad") ist ein Zusammenbau innerhalb von 2 bis 3 Stunden durchaus realisierbar. Für die Elektrik (Akkus, ESC) sollte praktischerweise eine Lötausrüstung bereit liegen. Ein preiswerter Lötkoben mit 30 Watt Leistung (z. B. für 15 Euro) reicht hier jedoch schon vollkommen aus.



Fortsetzung folgt.
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Beitrag #4 von niggo » 17.02.2008 12:13:37

3. Das Chassis:

Im Gegensatz zu vielen anderen RC-Heli-Chassis besteht das meines SJM 500 nicht aus zwei senkrechten Seitenteilen die mit zwei schmalen Boden- und Oberteilen zu einem senkrecht stehenden Quader verschraubt werden, sondern je eine Hauptboden- und -kopfplatte werden durch senkrechte Bolzen miteinander so verschraubt, dass der 500 eine eher breite, ausladende Form erhält. Auf senkrechte Seitenteile wurde, bis auf das Landegestell, verzichtet, sodass man ganz gut an das Innenleben des Helis herankommt.

Die Karbonteile waren sauber verarbeitet, deren Kanten fast durchgängig geglättet. Lediglich an einigen wenigen Stellen musste ich mit Schleifpapier nachschleifen, damit keine scharfen Kanten übrigblieben. Aufpassen muss man natürlich immer bei kleineren, lochartigen Öffnungen, wo man schlecht mit Schleifpapier hineinkommt. Vor allem im Bereich des SJM-Signets an der Heckabstützung war Vorsicht geboten. Hier waren z. T. sehr scharfe Kanten stehen geblieben. Will man an solch einer Stelle ein Kabel verlegen, sollte dieses unbedingt zusätzlich gegen Durchscheuern gesichert werden (z. B. durch eine zusätzliche Ummantelung mit Geflechtschlauch).

Gewöhnungsbedürftig, wenn nicht sogar problematisch fand ich die Tatsache, dass viele Schrauben zu lang waren und aus den Chassisteilen herausstehen. Will man mögliche Verletzungen an solchen spitzen Stellen vermeiden, ist man quasi gezwungen, die überstehenden Schraubenenden abzuschneiden oder abzuschleifen, wobei immer die Gefahr besteht, die Gewinde oder die einheitliche schwarze Lackierung der Aluteile zu beschädigen. Zum Teil sind die Schraubenenden jedoch im Chassis nicht erreichbar, was die Sache zusätzlich kompliziert. Alternativ besteht natürlich auch die Möglichkeit, solche Schrauben gleich gegen kürzere auszutauschen, aber das entspricht IMHO dann auch nicht mehr ganz dem Sinn eines Fertigbausets. Ich habe mich daher vorerst einmal damit abgefunden, dass viele der verwendeten Schrauben überstehen, und muss das notgedrungen bei sämtlichen Montage- und Reparaturarbeiten berücksichtigen (ggf. helfen Handschuhe).



Da das Chassis schon komplett montiert geliefert wurde - selbst das Landegestell war bereits montiert -, konnte ich gleich mit der Installation von Antrieb und RC-Koponenten loslegen. Doch schon jetzt tauchte das erste Problem auf: Die auf CD mitgelieferte Montageanleitung bestand lediglich aus sog. Explosionszeichnungen der einzelnen Baugruppen. Eine "Anleitung", wie und in welcher Reihenfolge die bereits vormontierten Elemente zusammengefügt werden sollen, gab es nicht. Nicht nur für Modellbauanfänger beginnt in solch einem Fall das große Rätselraten, wo man mit welchen Elementen loslegen soll.

Ich begann daher zunächst einmal damit, die einzelnen Elemente auf ihre Passgenauigkeit bzgl. der vorgesehenen Positionen zu überprüfen. Zur Montage der drei Taumelscheiben-Servos (TS) sind z. B. zwei Alubügel vorhanden. Eins ist oben am Chassis, das andere an der Rotorkopfaufnahme befestigt, wobei letzteres in der Höhe variiert werden kann, sodass verschieden große Servos verwendet werden können. Eine kleine Gewindeschraube sichert den oberen Bügel und lässt die Anpassung der Halterung auf die Größe der verwendeten Servos einfach erscheinen.

Bei mir saß diese Schraube jedoch so fest, dass ich sie erst nach einer "Intensivbehandlung" mit dem Lötkolben gelöst bekam. Na ja, offensichtlich war hier ein Bisschen zu viel Schraubensicherungsmittel im Spiel gewesen. Auf der einen Seite nährte das meine Hoffnung, dass die Schraubverbindungen an meinem SJM 500 gesichert waren und mir ein zeitraubendes Nachsichern (z. B. mit "Loctite") hätte erspart bleiben können, auf der anderen Seite stellte sich die Befürchtung ein, alle Schrauben könnten so stark verklebt sein, dass sämtliche Schraubverbindungen nur umständlich mit dem Lötkolben (= Wärmeeinwirkung zur Neutralisierung der Klebewirkung von Schraubensicherungsmitteln) hätten zu lösen sein können.

Ich überprüfte daher an dieser Stelle sämtliche Schraubverbindungen, wobei sich schnell herausstellte, dass die o. g. Schraube die einzige war, die solche "Zicken" machte. Das hieß: fast alle anderen Schrauben waren nicht mit Schraubensicherungsmittel gesichert, sodass ich diese sämtlich herausschrauben und mit "Loctite" gesichert neu einschrauben musste.

Zurück zur Servohalterung. Die beiden Bügel haben an den Montagepunkten jeweils drei Gewinde zur Aufnahme der Servobefestigungsschrauben. Daher können sowohl Servos verwendet werden, die mit zwei Schrauben pro Halterung, als auch solche, die mit lediglich einer Schraube pro Halterung fixiert werden. Die Hitec HS-225MG, die ich mir auf allgemeine Empfehlung und nach Bestätigung des Händlers, dass diese für den SJM 500 geeignet seien, zur Steuerung der Taumelscheibe ausgesucht hatte, passten da allerdings nicht, da die Lochabstände in der SJM-Halterung zu klein für die Hitecs sind. Da sich die 225er Hitecs obendrein nicht mit lediglich einer (zentralen) Schraube pro Halterung sicher fixieren lassen, konnte ich die schon mal vergessen. Suuuuupa!

Die probeweise zur Hand genommenen, kleineren Hitec HS-65, die in meinem T-Rex 450 ihren Dienst verrichten, passen bei der Montage mit jeweils zwei Schrauben pro Halterung, wenn man jeweils eins der äußeren Schraubenlöcher der Hitec HS65er (die HS-65 haben jeweils drei Löcher pro Halterung) ein wenig nachfeilt. Alternativ reicht aber auch die Verwendung von lediglich einer Schraube (Mittelloch) pro Halterung. Damit war klar: Es mussten neue Servos her. Und zwar am Besten solche, die lediglich mit einer Zentralschraube pro Halterung fixiert werden.

Da mir die HS-225 IMHO eh´ etwas überproportoniert im SJM erschienen, entschied ich mich, auf Servos zurückgreifen, die etwas kleiner als diese, jedoch eine Nummer größer als die HS-65 sind, die mir im Gegensatz dazu etwas zu "pipsig" im SJM 500 aussahen. Ich wollte es demzufolge mal mit den brandneuen Hitec HS-82MG und alternativ den Futaba 3115 versuchen. Über das Ergebnis berichte ich im Kapitel 7 ("Die RC-Komponenten").

Wie berichtet war das Landegestell bereits am Chassis montiert und - wie es sich anscheinend für den SJM 500 gehört - nicht aus Plastik, sondern aus Karbon und Alu. Das ebenfalls aus Karbon gefertigte Heckrohr passte gut in die dafür vorgesehene Alu-Aufnahme. Kleine Besonderheit: Die Heckrohraufnahme verfügt über zwei kleine Riemenführungen (Rollen), sodass ein Schleifen des Riemens an der Aufnahme verhindert wird, wobei die Rollen gleichzeitig als Riemenspanner dienen - gut so. Auch Motor und Hauptrotorkopf passten gut in das Chassis, wobei deren Wellen über zwei (Motor) bzw. drei (Hauptrotorkopf) senkrecht übereinander angelegte Lager geführt werden. Dabei ist der Motor freihängend unter dem Chassisboden montiert - dazu später mehr im Kapitel 4 ("Der Antrieb").

Praktisch finde ich, das die "Akkurutsche" bereits mit Klettband beklebt war und zusätzlich über zwei Kettbänder zur Sicherung der Akkus verfügt. Die notwendigen selbstklebenden Flauschpads für die Akkus lagen dem Set bei. Zur Montage des ESCs ist genügend Platz vorhanden. Hier stehen mehrere mögliche Positionen zur Verfügung und auch für den Empfänger gibt es genügend Platz und Alternativen, sodass das Chassis IMHO insgesamt ausreichend Platz für Antriebs- und RC-Komponenten bietet.

Besonderes Hightlight: Die ebenfalls bereits installierten beiden Heckabstützungen mit ihren stielprägenden ausgestanzten SJM-Logos. Wow, das hat was!



Fortsetzung folgt.
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Beitrag #5 von Silverwing » 17.02.2008 16:54:39

Hai Du,
wg. deutscher Bedienungsanleitung, kuckst Du hier:

http://www.rc-toy.de/anleitungen/anleit ... 500_v3.pdf
(hoffe, daß dies nicht als Werbung für den Händler aufgefasst wird..)

Sollte hoffentlich ausreichen.
Wobei der SJM mit 225MG passabel funktioniert...
Dein Baubericht ist echt super. Leider ist meiner schon zusammengebaut und hat mich in letzter Zeit ein wenig geärgert. Aber das ist eine andere Geschichte...
Gruß

Dirk
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Beitrag #6 von niggo » 17.02.2008 18:01:19

Silverwing hat geschrieben:Dein Baubericht ist echt super.

Danke für die Blumen!


Wobei der SJM mit 225MG passabel funktioniert..

Ja , das habe ich auch schon gehört. Deshalb hatte ich mir die ja bestellt. Aber wie sollen die denn da montiert werden? Die Gewindeabstände an den Servobügeln passen doch nicht. Gibt es denn vielleicht alternative Haltebügel oder hast Du da neue Gewinde gebohrt?


Schöne Grüße

Niggo


P. S. Berichte doch mal in einem neuen eigenen Thread, was Dich an Deinem SJM geärgert hat. Das RHF-Team hat uns ja freundlicherweise eine eigene Kategorie für den 500er eingerichtet... :wink:
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Beitrag #7 von Silverwing » 17.02.2008 20:44:15

Hallo Niggo,
In der Bedienungsanleitung von RC-Toy auf S.8 sieht man es ganz gut :oops:
Ich habe sie mit der Gummitülle und nur einer Schraube montiert. Funktioniert. Wobei ich es bei einem anderen SJM-500 schon so gesehen habe, daß mit zwei Schrauben und ohne Gummitülle montiert wurde. D.h. es wurden jeweils beide "Löcher" oben und unten verwendet. Wobei ich die Version mit Gummitülle bevorzuge, da der SJM nicht ganz vibrationsfrei ist - zumindest beim Hochlaufen. Da wackelt er wie ein Kuhschw...z.
Wg. meiner Optimierungsversuche kommt mein Beitrag noch. Meiner ist in der Hinsicht momentan mehr ein Experimentalheli :P Aber er kommt so langsam dahin, wo ich ihn haben möchte. Eines ist aber jetzt schon sicher: So "einfach" wie mein MiniTitan oder Raptor 30 ist er nicht. Sprich: Nach Anleitung bauen, einstellen und dann einfach fliegen. Nee, da ist der Herr SJM-500 ein klein wenig anspruchsvoller... :lol:
Gruß

Dirk
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Beitrag #8 von Helix » 17.02.2008 23:26:28

Hallo niggo,

Was das Thema Schraubensicherung anbelangt - Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Da ist SJM auch keine Ausnahme. Ist schon ein Glücksfall, wenn man mal eine gesicherte Schraube findet. Wenn Sicherung, dann auf keinen Fall den SJM-Kleber verwenden. Der ist auf Ewigkeit ausgelegt. Ganz wichtig ist die Kontrolle aller Schrauben im Kopf, insbesondere die Klemmschrauben für die Lagersitze. Auch die Verschraubung der Domlagerung nicht vergessen. Im Prinzip muss man den so schön vormontierten Heli wieder zerlegen. Andrerseits schult das für spätere Reparaturen nach Crashs.

Als Servos sind auch die HS-85MG zu empfehlen. Die sind nicht so wuchtig und passen in die Servohalterungen.

Der Regler hat keinen Governor-Modus und bedarf einer Gaskurvenprogrammierung. Wer das nicht mag muss austauschen.

Du hast wahrscheinlich einen SJM-500 der ersten Generation mit 2-fach-Heckrotor und kleinen Rotorblättern. Die gleichen Blätter werden auch auf dem SJM-325 verwendet. Es wird immer wieder über Probleme mit diesem kleinen Heck berichtet, da es den Heli nicht auf Spur hält.

Die Rotorblätter bitte auf jeden Fall dynamisch wuchten. Ich habe es noch nie erlebt, dass SJM ordentlich gewuchtete Blätter geliefert hat. Die können zwar gewichtsmäßig stimmen, aber die Schwerpunktlagen stimmen fast nie. Also nicht täuschen lassen, sondern prüfen. Alternativ passen auch 385er Markenblätter in die Blatthalter. Allerdings sind dann Distanzscheiben erforderlich.

Wenn Du vorhast den SJM-500 mit 6S zu fliegen dann solltest Du gleich mal nach kleineren Ritzeln schauen. Es gibt auch Ritzel mit 13 oder 14 Zähnen. Im Bausatz sind meines Wissens 15er und 16er Ritzel. Damit wird Deine Kopfdrehzahl aber zu hoch oder Du must mit dem Regler in den unteren Teillastbereich was ja überhaupt keinen Sinn macht.

Grundsätzlich beobachten muss man die Paddel-Führungshülse (flybar stand). Die läuft schnell ein. Da kann es zu Schwergängigkeit kommen.

Ansonsten ist der SJM-500 wie alle SJM ein recht präzise gefertigter Heli, der eine erfrischend andere Optik hat als die üblichen Konstruktionen.

Gruß Dieter
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SJM-325:SJM Brushless;Roxxy950-6;Jeti-DuplexR6;TS 3xHS65MG;Heck FS555Speed;PG-800;Blattschm.325mm
Atom-500:Scorpion 3026-1210;Roxxy960-6;Jeti-DuplexR6;TS 3xFS555;Heck BLS-251;BeastX;HT435mm
Spirit L-16:Scorpion 4020-1100;Roxxy9100-12;Jeti-DuplexR8,TS 3xBLS451;Heck MKS-BLS980;BeastX;Spinblades 550mm
TD-Rigid:Scorpion 4035-500;Jive 80HV;Jeti-DuplexR8;TS 3xBLS451;Heck BLS251;AC-3X;Orig. Henseleit
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Beitrag #9 von niggo » 17.02.2008 23:58:18

Silverwing hat geschrieben:Ich habe sie mit der Gummitülle und nur einer Schraube montiert.

Diese Lösung ist mir bekannt und ich hatte sie auch ausprobiert. Ich halte sie allerdings nicht für soooo geeignet, da die Hitecs so noch - wenn auch nur ein wenig - in der Halterung wackeln können. Vielleicht liegt hier gar ein Grund für mancherlei Problem mit dem 500er, über das hie und da berichtet wird? Trotzdem vielen Dank für die hilfreichen Hinweise.


@ Helix: Ebenfalls vielen Dank für die guten Ratschläge und Tipps. Ich bin schon gespannt, wie sich der 500er in der Luft macht. Optisch bin ich auf jeden Fall schon mal begeistert von ihm.


@ Silverwing und Helix: Ich werde mir jetzt mal die Futaba 3115 sowie die Hitec HS-82MG kommen lassen. Beide werden mit je einer zentralen Schraube montiert und sind etwas kleiner als die 225er Hitecs. Das sollte von den Dimensionen sogar besser passen.

Schön, dass jetzt auch die neu eingerichtete Forums-Kategorie ins Laufen kommt. Hoffentlich kriegen wir zum 500er einen regen Informationsfluss hin. Ich freue mich schon auf weitere Threads und Posts von Euch...
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Beitrag #10 von Silverwing » 18.02.2008 17:41:40

Hallo ihr beiden,
meine Infos der Reihe nach:
Governor-Modus: hat der Regler, dazu wird jedoch eine Programmierkarte gebraucht. Die vom X-Fly-Regler oder den Sonix-Reglern passt. Wobei die Schwankung schon aml über 150 Umdrehungen ausmachen kann. Ist beim Pitch geben blöd, da er dann wegdreht... Ich teste demnächst mal ohne Governor. Mal schauen, ob es dann besser wird.
Ritzel: im Bausatz ist ein 13er und ein 14er dabei. Bei 90% Gasöffnung mit dem 13er sind es ca. 2200 Umdrehungen und mit dem 14er ca. 2600 Umdrehungen.
Was den Flybar-Stand betrifft: stimmt, der ist ein bisschen sensibel. Daher von Anfang an kontrollieren, ob er wirklich richtig montiert ist. Aber selbst dann läuft er mit der Zeit ein (aber etwas weniger). Da hat Walkera beim DF60 mit einem Kunststoffeinsatz diese Art Kopf "optimiert".
Wg. der Gummilagerung: Ich kann bisher nicht klagen. Allerdings bin ich aufgrund meiner "Optimierungen" noch nicht wirklich weit gekommen. Zum anderen fehlt mir noch das Vertrauen, aber kann ja noch kommen.
Wegdrehen des Hecks: bin ich noch am optimieren, aber ich denke es liegt nicht wirklich an den "kleinen" Heckblättern - zumindest bei mir. Aber dazu schreibe ich dann im anderen Beitrag...
:wink: :oops:
Gruß

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Beitrag #11 von niggo » 20.02.2008 11:23:04

4. Der Antrieb:

Das Set beinhaltete ein 60-A-ESC von SJM mit integriertem 3-A-BEC für wahlweise zwei- bis sechszellige Lithium- (LiIon/LiPo) oder fünf- bis 18-zellige Nickel-Akkupacks (NiMh-/NiCd) sowie einen Motor ohne Typenkennzeichnung. Laut "RC-Toy" soll es sich dabei um einen Motor mit 1050 KV bzw. 1000 W Leistung handeln. Auf der weißen Pappschachtel, in die er verpackt war, klebte zumindest ein Sticker, auf dem handschriftlich so etwas wie "F3648-1100" geschrieben stand. Zur Programmierung des ESCs war zudem eine vierseitige Anleitung auf Englisch beigefügt. Es besteht die Möglichkeit, insgesamt sechs verschiedene Parameter (Bremse, Batterietyp, Cutoff-Modus, Unterspannungsschutz, Start-Modus und Motortiming) einzustellen. Es gibt zwei Softstart-Moden (Softstart 1: Hochfahren innerhalb einer Sekunde, Softstart 2: Hochfahren innerhalb von zwei Sekunden), leider aber kein Governor-Modus (zumindest nicht laut der Original-Anleitung - wie Silverwing berichtet, soll´s jedoch mit der separat erhältlichen Programmierkarte möglich sein, im ESC einen Governor-Modus zu programmieren). Hilfreich und nachahmenswert: Wird bei programmiertem Softstart binnen 3 Sekunden nach Schließen des Gaskanals (Throttle) dieser wieder geöffnet, erfolgt kein neuer (in den meisten Notsituationen dann unerwünschter) Softstart, sondern es steht bei Bedarf sofort wieder die maximale Drehzahl zur Verfügung. Klasse, hier hat mal jemand mitgedacht. Witzig finde ich, dass das ESC nach einem korrekten Hochfahren die Abflugbereitschaft lauthals mit dem Abspielen einer Liedmelodie ("Oh Susanna") bestätigt. Wen das nervt, kann die Melodiefunktion per Programmierkarte ausschalten oder eine andere Melodie auswählen.

Nicht schaden kann es, die Ausgangsspannung des integrierten BEC für die Empfänger- und Servoversorgung im Auge zu halten. Diese wurde zunächst händlerseitig mit 5 V angegeben. Auf telefonische Rückfrage bestätigte mir ein Service-Mitarbeiter von "RC-Toy" dann jedoch, dass der BEC eine Spannung von 5,6 V ausgeben soll. Leider kann ich die Spannung nicht selbst überprüfen, da ich über keinen passenden Spannungsmesser verfüge (der entsprechende Stecker am ESC ist für die Kontakte an meinem Messgerät zu klein). Wer also Servos einsetzen will, die lediglich 4,8 Volt vertragen, sollte sicherheitshalber über den Einsatz eines passenden Stepdowns nachdenken. Zum Thema "Spannungsversorgung von Servos (insbesondere Heckservos") verweise ich an dieser Stelle auf die entsprechenden Threads in diesem Forum.

Die beiliegende ESC-Anleitung erwähnt übrigens einen sog. "balance discharge protecting socket on ESC", an den ein Akku-Balancerkabel angeschlossen werden können soll, wobei dann nicht nur die Spannung des gesamten Akkus (wie bei der Verwendung ohne diesen Anschluss), sondern gleichzeitig jede einzelne Zelle des Akku-"Packs" überprüft und gegen Unterspannungen geschützt werden soll. Gefunden habe ich diesen Anschluss jedoch nicht und auch das in der Anleitung abgedruckte Schaltungsdiagramm führt diese Schnittstelle nicht auf, sodass ich nicht sagen kann, ob es diesen Anschluss nun gibt oder nicht. Auseinander gebaut habe ich das ESC nicht. Laut Aussage von "RC-Toy" sollen unterschiedliche ESCs im Umlauf, die Anleitung jedoch immer die gleiche sein.

Die üblichen drei Verbindungskabel zwischen ESC und Motor waren bereits mit Goldkontaktstecken bzw. -buchsen fertig konfektioniert und farblich gekennzeichnet. Die beiden freien Enden am ESC zur Verbindung mit dem Antriebsakku musste ich wie allgemein üblich selbst konfektionieren. Ich habe hierfür wie bei allen meinen Helis 4-mm-Goldkontaktstecker genommen. Meine Akkus sind damit - zumindest von der Anschlussseite her - untereinander kompatibel einsetzbar.

Mitgeliefert wurden weiterhin zwei messingfarbene Motorritzel, eines mit 13, eines mit 14 Zähnen, je ein Hauptantriebs- und Heckantriebszahnrad aus Kunststoff sowie ein Heckriemen zum Antrieb des Heckrotors. Ich erwähne an dieser Stelle ausdrücklich den Heckriemen, denn bei der Installation des Hauptgetriebes muss gleichzeitig der Heckriemen - und damit das gesamte Heck - montiert werden. Ein nachträgliches Montieren oder separates Auswechseln des Heckriemens ist - wie bei vielen anderen Helimodellen üblich - beim SJM 500 konstruktionsbedingt nicht möglich. Wie der Antrieb zusammengebaut wird, erklärt das Kapitel 5.



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Beitrag #12 von niggo » 22.02.2008 15:41:34

5. Antriebsmontage:

Die Installation des Hauptgetriebes war leider etwas fummelig. Zunächst musste (bzw. konnte) ich mich entscheiden, ob ich den SJM 500 für 3D und für den Schwebeflug einstellen wollte. Hierfür weist die Hauptrotorwelle zwei verschieden hohe Bohrungen für den Schraubbolzen des Heckrotorgriebes auf. Die obere Bohrung ist für 3D, die untere für das Schweben. Für die Anpassung des Bodenlagers wurden zwei verschieden dicke Distanzscheiben mitgeliefert, die auf das untere freie Ende der Hauptrotorwelle aufgesteckt werden können, laut Angabe des Händlers soll es hier Fertigungsschwankungen geben. Bei meinem SJM passte die dünnere Scheibe perfekt.

Zur Montage wird die Hauptrotorwelle von oben in einem Arbeitsgang nacheinander durch das obere Lager, das Heckrotorgetriebe, das Hauptgetriebe und abschließend durch das Bodenlager gesteckt und dieses am Chassisboden festgeschraubt. Dabei muss wie schon beschrieben der Heckriemen bereits auf das Heckgetriebe aufgefädelt sein, da dies nach Montage der gesamten Getriebeeinheit sonst nicht mehr möglich ist. Also vorher den Heckriemen durch das Heckrohr fummeln (um 90° drehen, der Heckrotor ist ein Linksläufer!), das vormontierte Heckrotorgehäuse auf das Heckrohr aufschrauben und provisorisch in der Heckrohraufnahme verschrauben, die korrekte Fixierung inkl. Heckriemenspannung erfolgt später.

Zurück zur Hauptrotorwelle. Nach der Installation der Getriebeteile war der Schraubbolzen leicht in der ausgewählten Bohrung (ich habe mich zunächst für die "Schwebe"-Einstellung entschieden) eingeführt. Die Sicherungsmutter machte jedoch Zicken. Leider besteht sie nur aus einer dünnen Flachmutter und verfügt über keine Nylonsicherung. Was wirklich nervt: Man kommt mit den Fingern nicht an das Ende der Bolzenschraube, um die Mutter aufdrehen zu können. Hierfür ist das Chassis zu niedrig. Auch ein eigens hierfür besorgter 4-mm-Maulschlüssel war zu groß, sodass ich mir mit einem Trick helfen musste: Ich habe eine passende Gewindestange einer Anlenkung gerade so weit auf die Mutter aufgedreht, dass sie an der anderen Seite noch auf dem Gewinde der Bolzenschraube anzog. So konnte ich die Mutter von außen in das Chassis einführen und zum Halten bringen. Das Festziehen erfolgte dann mittels einer kleinen Zange und einem Innensechskant-Schraubendreher.

Übrigens: Eine versuchsweise aus dem Materiallager meines 450er T-Rex entliehene Mutter mit Nylonsicherung ließ sich nicht verwenden, da sie sich in den aus dem oberen Lager herausstehenden Schrauben verhakte und den Antrieb blockierte. Ich musste also leider die mitgelieferten Flachmuttern ohne Sicherung verwenden.


Der Motor war hingegen schnell installiert. Praktische und gut durchdachte Lösung: Die Motorwelle wird gleich durch zwei Lager gehalten, was mögliche Vibrationen vermindert. Der Motor wird zunächst unter den Chassisboden geschraubt, wobei man mit dem Schraubendreher durch zwei Bohrungen im Chassisoberteil an die Motorhalteschrauben herankommt. Der Motor kann im Chassis hin- und hergeschoben werden, sodass der Abstand des Motorritzels zum Hauptgetriebe (z. B. mit der Papierstreifenmethode) problemlos eingestellt werden kann. Danach kann das Motorritzel bequem auf die Höhe des Hauptgetriebes angepasst werden. Abschließend wird das obere Lager im Chassisoberteil festgeschraubt und die Motorwelle mit einem Stellring von unten gegen das obere Lager fixiert.

Danach habe ich noch die Heckriemenspannung eingestellt und das Heckrohr mit zwei Schrauben in der Heckrohraufnahme festgeschraubt. Abschließend habe ich das Oberteil des Heckrotorgetriebe parallel zum Chassisoberteil ausgerichtet und ebenfalls festgeschraubt. Das war´s schon.



Fortsetzung folgt.
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Beitrag #13 von niggo » 22.02.2008 23:27:21

6. Das Heck:

Heckrohr (Karbon) und Heckrotorgehäuse (Alu) sind ja bereits zusammen mit dem Antrieb montiert worden. Es fehlen lediglich noch die Karbonfinne und die aus Karbon gefertigten Heckrotorblätter. Die Heckabstützung wird rechts und links mit je einer Schraube an einer bereits am Heckrohr vormontierten Alu-Manschette angeschraubt. Ein "Höhenleitwerk" war ebenfalls werkseitig vormontiert. Anders als andere Leitwerke ragt es nur nach rechts heraus und dient so als Schutz für den Heckrotor.

Die Anlenkung des Heckservos war vorkonfektioniert und konnte wie sie geliefert wurde verwendet werden. Der Heckservo ließ sich mittels zweier Alubügel sicher am Heckrohr befestigen. Die vormontierten Servohalter sind für Servos bis mittlerer Baugröße gedacht. Ein zweites Paar Servohalter für größere Servos (wie z. B. einem Futaba 9254) lag dem Heli-Set bei.

Die genaue Position für den Servo ermittelte ich, indem ich die Anlenkung sowohl an der Heckumlenkung als auch am Servo befestigte (Servoarm im 90°-Winkel !) und dann an der Anlenkung im Bereich der ebenfalls werkseitig schon vormontierten Anlenkungsführung (selbstverständlich auch aus Alu) die jeweiligen Maximal-Pitchausschläge des Heckrotors markierte und von den beiden Markierungen den Mittelwert abmaß. Als diese (durch Verschieben des Servos) an der Anlenkungsführung anlag, war die exakte (Mittel-)Position für den Heckservo gefunden.

Als System zur Hecksteuerung habe ich mich für den Futaba GY401 als Kreisel und den neuen Futaba 9257 (passt von den Schraubenabständen haargenau in die vormontierten Aluhalter) als Heckservo entschieden. Dabei ist mein Kreisel von unten unter den Chassisboden geklebt. Ich habe diese Position gewählt, da ich so den sonst meist hierfür verwendeten Montageplatz auf dem Chassisoberdeck hinter der Hauptrotorwelle für den RC-Empfänger frei bekomme. Der GY401 funktioniert auch kopfüber einwandfrei und der Empfänger bleibt mit seinen Schnittstellen auf diese Weise frei zugänglich. Perfekt!

Zur Sicherheit habe ich zwischen Kreisel und Heckservo ein 5,1 Volt Stepdown (von Align) gehängt. Damit funktioniert der Futaba 9257 prima.



Fortsetzung folgt.
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Beitrag #14 von niggo » 23.02.2008 10:33:04

7. Die RC-Komponenten:

Da ich als Sender für meine verschiedenen Heli-Typen im Allgemeinen eine Spektrum DX-7 mit 2,4-GHz-Technologie einsetze, kam als Empfänger ein siebenkanaliger AR7000 vom gleichen Hersteller zum Einsatz. Er verfügt über eine zweite Antenneneinheit, die seitlich am Chassis angeklebt werden kann und Empfangsstörungen ausschließt. Eine der beiden Antenneneinheiten emfängt eigentlich immer das Sendesignal, egal, wie der Heli gerade zum Sender ausgerichtet ist.

Auf dem "Achterdeck" des SJM 500 ist ausreichend Platz für den AR7000, den ich mit Haftis auf dem Chassis festgeklebt habe. Hier hat man freien Zugang zu den Anschlussbuchsen und die beiden Antennenstummelchen des Empfängers ragen links und rechts frei über das Heck hinaus.

Da ich ja mit den Hitec HS-225 nicht zufrieden gewesen war, habe ich als Servos zur Ansteuerung der Taumelscheibe mittlerweile die 3115er von Futaba verbaut, die noch etwas besser in die Servohalterungen passten, als die vergleichsweise mitgeorderten Hitec HS-82MG. Außerdem gefiel mir die Verkabelung der Futabas besser als die der Hitecs, deren Kabel IMHO doch etwas sehr dünn daherkommen und gleichzeitig etwas länger sind als die der Futabas. Die kürzeren Futaba-Kabel reichen auf dem SJM 500 von der Länge her aus und lassen sich auch besser konfektionieren, weil nicht soviel überflüssiges Kabelmaterial zu verstecken ist. Ich mag es, wenn an einem Heli sowenig wie möglich Verkabelung so sehen ist. Darüber sind die Futabas komplett in Schwarz gehalten, während zumindest die Servoarme der Hitecs in Weiß geliefert wurden. Da passt das schwarze Outfit der Futabas IMHO besser zum Gesamtauftritt des SJM 500.

Die Futabas haben im Übrigen pro Halterung eine Montageschraube und lassen sich so sehr leicht festschrauben. Es wackelt nichts. Allerdings musste ich nach der Montage feststellen, dass die Anlenkung des Nick-Servos an einer Ecke des Servogehäuses schleifte. Ich habe daher das Gehäuse an dieser Ecke etwas mit einem Cuttermesser "modifizieren" müssen, damit die Anlenkung frei lief. Als Servoarme habe ich die größeren der den Futabas beigelegten Servokreuze verwendet, wobei ich die - vom Mittelpunkt der Kreuze ausgehend gezählt - zweiten Montagebohrungen zum Anbringen der Kugelköpfe verwendet habe. Praktisch: SJM lieferte zur Sicherung der Kugelköpfe Muttern mit, wodurch das Ganze einen soliden Eindruck erweckt. Die überstehenden Enden (Roll- und Pitchservo) sowie die nicht benötigten übrigen drei Servoarme (Roll-, Nick- und Pitchservo) der Futaba-Kreuze habe ich abgeschnitten, damit diese sich später nirgends verhaken können.

Die Kabel der Servos und des ESC habe ich passend zum schwarzem Design des Chassis in schwarzem Gewebeschlauch von "Freakware" konfektioniert, der den großen Vorteil hat, dass er auf der Seite offen ist und man die Kabel so bequem einschieben kann. Lediglich die Kabel des Futaba-GY401-Kreisels sind aufgrund ihrer großen Länge ein wenig problematisch zu verstecken gewesen. Doch auch sie habe ich letztendlich noch aufgewickelt in einem kleinen Stück Gewebeschlauch am Chassisheck "untergebracht", sodass sie nicht allzusehr auffallen.



Fortsetzung folgt.
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Beitrag #15 von niggo » 24.02.2008 14:36:26

8. Der Hauptrotorkopf:

Da der komplett aus Alu gefertigte Hauptrotorkopf bereits vormontiert war, musste ich nur dessen Schraubverbindungen auf festen Halt (Schraubensicherungsmittel) überprüfen. Im Gegensatz zum Chassis waren fast alle Schrauben ordentlich fest.

Die vormontierten Anlenkungen für die Taumelscheibe waren werkseitig auf die Grundeinstellung "3D" ausgerichtet, sodass ich sie, da ich die alternative Einstellung für den Schwebeflug einsetz wollte, zunächst auseinander schrauben und deren Gewindestangen dann gegen längere Gewindestangen austauschen. Diese waren dem Heli-Set beigefügt. Die richtige Einstelllänge der drei Anlenkungen für die Pitch-, Roll- und Nickfunktion ermittelte ich, indem ich die Rotorblätter provisorisch einschraubte und sie mit einer Pitchlehre auf ca. 0° Pitch justierte (die Pfeile auf dem angehängten Foto ("Rotorkopf seitlich") zeigen die entsprechenden Schrauben zur Blattlauf-/Pitchjustierung). Die Servos hatte ich vorher bereits per Fernsteuerung auf Mittelstellung gebracht, sodass ich jetzt den Abstand von einem Kugelkopf der bei gleichzeitiger 0°-Pitchstellung der Rotorblätter waagerecht ausgerichteten Taumelscheibe zum Kugelkopf des entsprechenden Servos (wahlweise das auf der linken oder rechten Heliseite) abmessen konnte. Per digitaler Schiebelehre waren die drei Anlenkungen der Taumelscheibe so relativ einfach auf die richtige (und gleiche) Länge einzustellen.

Allerdings stellte sich heraus, dass für eine Schwebeeinstellung die vor der Hauptrotorwelle installierte Taumelscheibenführung zu kurz für Maximalpitch war und die Funktion des Rotorkopfes so blockiert war. Leider war hierfür keine entsprechende Verlängerung beigefügt. Lediglich die zur Montage der Führung benutzte Schraube erlaubte eine gewisse Verlängerung (die hierauf aufgeschraubte Kugelgelenkpfanne lässt sich ein gewisses Stück herausdrehen, ehe sie ihren sicheren Halt verliert), wobei jedoch die Schraube in der Führung hin- und her rutschte, was die Funktion des Rotorkopfes noch immer einschränkte. Ich habe mir dann so beholfen, indem ich eine genügend dicke Mutter (eine mit Nylonsicherung passte) auf die o. g. Schraube, und zwar genau zwischen der Kugelgelenkpfanne und dem Hauptteil der Taumelscheibenführung, geschraubt habe, sodass jetzt so die Taumelscheibenführung einerseits lang genug war, andererseits nichts mehr wackelte. Hier sollte SJM (bzw. der ausliefernde Händler) IMHO reagieren und eine geeignete Verlängerung mitliefern.

Kleiner Wermutstropfen: Eine der vormontierten Kugelgelenkpfannen war gebrochen. Da dem Set leider keine Ersatz-Montageteile beilagen, musste ich hier auf eine Pfanne aus dem Raptor-Zubehör zurückgreifen, die ich mir vor einiger Zeit mal separat gekauft hatte und die glücklicherweise passte. Ein paar Ersatz-Schrauben und -kugelgelenke würden dem Set in diesem Zusammenhang sicherlich gut zu Gesicht stehen. Ansonsten macht der gelieferte Hauptrotorkopf auf mich einen soliden und insbesondere wertigen Eindruck. Vor allem die Tatsache, dass wirklich alle Teile aus Alu gefertigt sind, verdient in meinen Augen Respekt, vor allem wenn man bedenkt, dass das Set mal grade 229,- EUR gekostet hat. Diesen Preis muss man z. B. bei einem vergleichbaren Hurricane 550 (Gaui) schon für einen, zudem lediglich als Tuning-Teil erhältlichen Alu-Hauptrotorkopf allein anlegen (wobei man dann an diesem z. T. immer noch einige Teile aus Plastik vorfinden kann). Auch an eine Rotorbremse hat SJM gedacht, mit der der Rotorkopf bequem und sicher mit der Hand gestoppt werden kann. Die Hauptrotorwelle war im Bereich der Taumelscheibe bereits mit einem Fett geschmiert.



Die mitgelieferten weiß-schwarzen GFK-Hauptrotorblätter passen optisch optimal zur Farbabstimmung des SJM 500 und sind jeweils ca. 385 mm lang. Gewichtsmäßig waren sie "gematcht", das heißt, beide Rotorblätter wiesen das gleiche Gewicht auf. Lediglich die Schwerpunkte der beiden Rotorblätter wichen minimal voneinander ab. Wer will, gleicht sowas mit etwas Klebeband aus. Ansonsten erschienen die Rotorblätter gut verarbeitet - scharfe Kanten oder überstehende Grate waren so gut wie nicht vorhanden. Eine einzige kleine scharfe Ecke an einem der beiden Rotorblätter hatte ich mit 600er Schleifpapier schnell beseitigt (um mich beim späteren Tragen des Helis hieran nicht zu verletzen). Zur Installation der Blätter in den perfekt passenden Alublatthaltern werden Schrauben mit 2,5-mm-Innensechskantkopf verwendet, die mit 5,5-mm-Muttern (mit Nylonsicherung) gekontert werden. Prima, das entspricht exakt den Größen bei meinem 450er T-Rex, sodass ich hier die gleichen Schraubendreher verwenden kann.



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