LiFePO4 und A123-Zellen im Modellbau
Neben den verbreiteten LiPo-Packs gibt es im Modellbau eine zweite Lithium-Familie, die vor allem von Vielfliegern und von Nutzern in Empfängerstromkreisen geschätzt wird: Zellen mit Eisenphosphat-Chemie. Sie sind schwerer und liefern weniger Spannung pro Zelle, halten dafür deutlich mehr Zyklen aus und verhalten sich bei Missbrauch gutmütiger. Ob das ein Vorteil ist, hängt allein vom Einsatz ab.
Was anders ist als bei LiPo
Drei Punkte. Die Zellspannung liegt niedriger, weshalb für dieselbe Betriebsspannung mehr Zellen in Reihe nötig sind. Die Entladekurve ist flacher, das heißt die Spannung bleibt über den größten Teil der Kapazität nahezu konstant und fällt erst am Ende schnell ab. Und die Zellen sind mechanisch fester, weil sie meist als Rundzellen in Metallbecher gebaut werden.
Die flache Kurve hat eine praktische Nebenwirkung: die Restkapazität lässt sich nicht an der Spannung ablesen. Wer ohne Telemetrie fliegt, muss nach geladener Kapazität rechnen, nicht nach Spannungslage.
Zyklenfestigkeit und Alterung
Der Ruf dieser Chemie stammt von der Lebensdauer. Richtig behandelt überleben solche Packs ein Vielfaches der Zyklen eines LiPo, und sie verlieren dabei Kapazität langsamer. Das macht sie dort interessant, wo täglich geflogen oder gefahren wird und der Akku als Verbrauchsmaterial spürbar ins Geld geht.
Alterung passiert dennoch: durch Hitze, durch dauerhaftes Vollhalten und durch Tiefentladung einzelner Zellen in einem unbalancierten Pack. Gemeinsam ist allen Lithiumtypen, dass Wärme der eigentliche Feind ist, nicht die Zahl der Zyklen.
Laden und Lagern
Geladen wird mit dem passenden Programm des Ladegeräts, nicht mit dem LiPo-Programm — die Schlussspannung ist eine andere, und ein LiPo-Programm überlädt die Zellen. Balancieren ist auch hier Pflicht, sobald mehrere Zellen in Reihe liegen.
Zur Lagerung genügt ein mittlerer Ladezustand an einem kühlen Ort. Die Chemie ist beim Lagern weniger empfindlich als LiPo, das entschuldigt aber keine vergessenen Packs in der heißen Werkstatt.
Wo sie die bessere Wahl sind
Im Empfängerstromkreis und für Zündungen sind sie eine sehr gute Wahl: robust, spannungsstabil, tolerant gegenüber Temperatur und ohne den Aufwand, den man einem Flugakku widmet. Auch für Fahrmodelle und für Trainer, die viele kurze Flüge am Tag machen, rechnen sie sich über die Standzeit.
Für leichte Flugmodelle, in denen jedes Gramm zählt, bleiben sie die zweite Wahl — dort gewinnt die höhere Energiedichte der LiPo-Packs. Und für die Beurteilung eines gebrauchten Packs gilt wie immer: Innenwiderstand messen, Zellspannungen einzeln vergleichen, und Zellen, die sich unter Last auseinanderlaufen, aussortieren statt weiterzufliegen.